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Tipp für naturnahes Gärtnern

Lange Pflanzenstiele sollte man im naturnahen Garten im Frühjahr nicht komplett bodennah abschneiden, weil sie gleich mehrere ökologische Funktionen erfüllen.

1. Überwinterungsquartier für Insekten

  • Hohle oder markige Stängel dienen Wildbienen, Schlupfwespen, Florfliegen und Schmetterlingslarven als Winterquartier und Brutplatz.
  • Schneidet man alles im Herbst bodentief weg, zerstört man diese Verstecke und tötet viele überwinternde Insekten.

2. Neue Nistplätze im Frühling

  • Stehen gelassene Stummel von etwa 20–25 cm Höhe werden im Frühjahr von markbewohnenden Wildbienen als Niströhren genutzt.
  • Dadurch fördert man Bestäuber, die später Obstbäume, Beeren und Stauden im Garten bestäuben.

3. Natürlicher Frost- und Verdunstungsschutz

  • Vertrocknete Stängel und Blätter wirken als Isolierschicht und schützen das „Herz“ der Stauden vor Frost und Winternässe.
  • Die abgestorbenen Pflanzenteile decken den Boden ab, reduzieren Verdunstung und helfen, die Bodenfeuchtigkeit zu halten.

4. Nahrung und Struktur für Tiere

  • Samenstände an den Stielen liefern Futter für Vögel im Winterhalbjahr.
  • Die vertrockneten Strukturen bieten Käfern, Spinnen und anderen Nützlingen Verstecke, wodurch das ökologische Gleichgewicht stabiler wird.

5. Beitrag zu Humus und weniger Arbeit

  • Wenn das alte Pflanzenmaterial erst im Frühjahr (oder teilweise noch länger) entfernt und liegengelassen wird, funktioniert es wie eine „horizontale Kompostierung“ direkt im Beet.
  • Das spart Mulchmaterial, verbessert den Boden und reduziert Pflegeaufwand, was gut zum naturnahen, pflegearmen Gärtnern passt.

Kurz gesagt: Wer naturnah gärtnert, lässt lange Stiele bis in den Frühling teilweise stehen, um Lebensraum, Nahrung und Schutz für viele Arten zu bieten und gleichzeitig den Boden und die Pflanzen zu stärken.

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